Mit Sätzen über Abgründe setzen / NZZ 12.05.1998, S. 47

Friederike Kretzen im Werkstattgespräch

rbl Bucheli, R.
Vor zwei Jahren erschien Friederike Kretzens bisher letzter Roman, „Indiander“, der in poetisch verdichteten Skizzen eine Kindheit in Leverkusen nachzeichnete. Nun hat die Autorin ein Romanmanuskript unter dem Titel „Ich bin ein Hügel“ abgeschlossen, das inhaltlich und formal an „Indiander“ anknüpft. Mit Sätzen über Abgründe setzen / NZZ 12.05.1998, S. 47 weiterlesen

Kleines Glossar des Verschwindens /Nicht zustellbar / NZZ 08.12.2001, S. 66

Von Friederike Kretzen
Es war ein kleines, kugeliges Schweinchen mit glücklichen Augen, und in seiner Schnauze trug es einen Pfennig, den es zu Silvester überbrachte, dem Glück des nächsten Jahres als Tribut gezollt. Das Schweinchen war aus Marzipan, ein tolles Tier, ein Abgesandter nicht aus dem Osten, sondern aus der Mitte des Westens, der ja nie so sehr in seiner Mitte ist wie zwischen Weihnachten und Neujahr. Kleines Glossar des Verschwindens /Nicht zustellbar / NZZ 08.12.2001, S. 66 weiterlesen

Erinnern, Vergessen, Wiederkommen / NZZ 26.08.2004, Nr. 198, S. 43

Die Unabschliessbarkeit der Vergangenheit

Von Friederike Kretzen
Voraussetzung eines lebendigen Erinnerns ist eine Kultur, die in fortgesetzter Befragung sich ihrer Vergangenheitsbestände zu versichern versucht, ohne diese aber zugleich festzuschreiben. Zum Erinnern gehört darum auch das Vergessen, und die Arbeit am Vergangenen hat weder einen Anfang noch ein Ende. Erinnern, Vergessen, Wiederkommen / NZZ 26.08.2004, Nr. 198, S. 43 weiterlesen

„Pest ist die Frau“ „Weiberjahnn“ – eine Polemik / NZZ , 17.12.1994, S. 68

Ursula Vogel
„Mag Jahnn Anstoss erregen bei anderen, nicht bei mir, dem das kuenstlerisch Kuehne immer ein Hauptspass ist.“ Thomas Manns „Hauptspass“ an Hans Henny Jahnns Romanen und Dramen moegen nicht alle mit ihm teilen. Leserinnen vor allem vergeht mitunter das Vergnuegen an der Lektuere angesichts der verstuemmelten weiblichen Koerper, die Jahnns Romane und Dramen bevoelkern. „Pest ist die Frau“ „Weiberjahnn“ – eine Polemik / NZZ , 17.12.1994, S. 68 weiterlesen

Weisse Flecken auf dem Bild / NZZ 30.05.1996, S. 45

Friederike Kretzens Roman „Indiander“

„Wenn du anfaengst zu malen, dann musst du alles ausmalen, sagt meine Mutter, ich will keine weissen Flecken auf dem Bild sehen.“ Friederike Kretzens Buch mit dem geheimnisvollen Titel „Indiander“ gleicht einer Kinderzeichnung: es verweigert sich dem Ausmalen. Es beharrt auf weissen Flecken, auf der Vorstellungskraft. Weisse Flecken auf dem Bild / NZZ 30.05.1996, S. 45 weiterlesen