Archiv der Kategorie: Gespräche

Kretzen zu Duvanel SWR Kultur / Lesezeichen

In einer etwa einstündigen Reportage der Sendung SWR Kultur / Lesezeichen hat sich Friederike Kretzen ausführlich zu ihren Erfahrungen mit ihrer Kollegin Adelheid Duvanel geäussert. Ihr Gespräch mit Gisa Funck findet sich hier als Transkript und als Sounddatei. https://www.swr.de/swrkultur/literatur/von-traeumern-spinnern-aussenseitern-die-meisterzaehlerin-adelheid-duvanel-swr-kultur-lesenswert-feature-100.html

Das ist doch heute, und das bin doch ich!

Drei Schriftstellerinnen darüber, was Christa Wolf ihnen bedeutet

Am 16. Mai 24 trafen sich im bücherraum f die drei Schriftstellerinnen Friederike Kretzen, Melinda Nadj Abonji und Jasmine Keller zu einem Gespräch über Christa Wolf und darüber, was diese für ihr eigenes Schreiben bedeutet habe. Da sassen auf dem Podium drei Generationen. Alle drei waren ursprünglich durch Christa Wolfs “Kein Ort. Nirgends” (1979) über Heinrich von Kleist und Caroline von Günderrode persönlich berührt worden: Das ist doch heute, und das bin doch ich! Durch Christa Wolfs Werk wurde die Zerrissenheit der Welt und der Menschen in die Gegenwart geholt, körperlich und intellektuell.

Alle Autorinnen lasen je eine Passage aus einem Werk von Christa Wolf und einen eigenen Text, der sich mehr oder minder explizit mit Christa Wolf auseinander setzt. Leuchtend wurde deren “unverwechselbare Stimme” ebenso wie die je eigene der drei Autorinnen hörbar:

Das Resistente grösser machen

Am 28.4.24 hat Friederike Kretzen im Kunstmuseum Basel zu ihrem Projekt einer literarischen Annäherung an Japan einen Vortrag gehalten.

«Die Ferne, schreibt Walter Benjamin, sei das Land der erfüllten Wünsche. Wir alle wissen, dass Wünsche davon leben, unerfüllt zu bleiben. Ähnlich verhält es sich mit der Ferne.
Basho, der berühmte japanische Haikudichter schreibt dazu:
In Kyoto,
hearing the cuckoo,
I long for Kyoto.
Womit er uns augenblicklich in die Zwischenräume und Leerstellen führt, von denen die japanische Kunst und Kultur leben. Denn wenn es selbst in Kyoto Kyoto nicht gibt – was zugleich Kyoto ist, – dann ist die Reise dorthin eine zwischen Abstände, die alle Kyoto heissen.
Sein Haiku besteht aus den Aufschüben und Vervielfachungen, die es für die Suche nach der Ferne braucht. Einer Ferne, der wir uns nur so weit nähern können, wie wir bereit sind, uns selbst fern zu werden.
In meiner literarischen Annäherung an Japan versuche ich, mich genau dem auszusetzen: Mir abhanden zu kommen und so vielleicht eine andere Version meiner selbst zu erfinden.»