Alle Beiträge von friederike

Erinnern, Vergessen, Wiederkommen / NZZ 26.08.2004, Nr. 198, S. 43

Die Unabschliessbarkeit der Vergangenheit

Von Friederike Kretzen
Voraussetzung eines lebendigen Erinnerns ist eine Kultur, die in fortgesetzter Befragung sich ihrer Vergangenheitsbestände zu versichern versucht, ohne diese aber zugleich festzuschreiben. Zum Erinnern gehört darum auch das Vergessen, und die Arbeit am Vergangenen hat weder einen Anfang noch ein Ende. Erinnern, Vergessen, Wiederkommen / NZZ 26.08.2004, Nr. 198, S. 43 weiterlesen

„Pest ist die Frau“ „Weiberjahnn“ – eine Polemik / NZZ , 17.12.1994, S. 68

Ursula Vogel
„Mag Jahnn Anstoss erregen bei anderen, nicht bei mir, dem das kuenstlerisch Kuehne immer ein Hauptspass ist.“ Thomas Manns „Hauptspass“ an Hans Henny Jahnns Romanen und Dramen moegen nicht alle mit ihm teilen. Leserinnen vor allem vergeht mitunter das Vergnuegen an der Lektuere angesichts der verstuemmelten weiblichen Koerper, die Jahnns Romane und Dramen bevoelkern. „Pest ist die Frau“ „Weiberjahnn“ – eine Polemik / NZZ , 17.12.1994, S. 68 weiterlesen

Weisse Flecken auf dem Bild / NZZ 30.05.1996, S. 45

Friederike Kretzens Roman „Indiander“

„Wenn du anfaengst zu malen, dann musst du alles ausmalen, sagt meine Mutter, ich will keine weissen Flecken auf dem Bild sehen.“ Friederike Kretzens Buch mit dem geheimnisvollen Titel „Indiander“ gleicht einer Kinderzeichnung: es verweigert sich dem Ausmalen. Es beharrt auf weissen Flecken, auf der Vorstellungskraft. Weisse Flecken auf dem Bild / NZZ 30.05.1996, S. 45 weiterlesen

Birdland / NZZ 03.03.1997, S. 44

Die blutrünstigen englischen Hunde werden friedlich, Babys hören auf zu schreien, und es geschehen Wunder: Die Parks sind Londons Umkehrorte.

Von Friederike Kretzen
NEIN, SAGT DIE JUNGE FRAU, Nein, und sie geht weiter. Sie schaut sich noch nicht einmal um. Immer sagt sie Nein. Und vor und nach jedem Nein macht sie eine Pause. Quer durch den Regent’s Park spricht sie ihre Nein-Girlande in die frische, winterliche Luft. Birdland / NZZ 03.03.1997, S. 44 weiterlesen

Gesang des vergeblichen Wartens /Die ungeheure Textwelt der Catherine Colomb. Eine Annäherung / NZZ 08.08.1998, S. 62

Von Friederike Kretzen
In dem Kosmos der Westschweizer Autorin Catherine Colomb (1892-1965) sind die Lebenden und die Toten gleichermassen zu Hause. Ihre Romane sind so etwas wie ein Haus, das in der Gleichzeitigkeit errichtet ist, es gibt in ihnen kein Früher und Später, kein Oben und Unten. Die Texte öffnen sich auf ein „fernerhin“, das sich räumlich und zeitlich ausdehnt. In einer poetischen Annäherung an ihr literarisches Vorbild versucht die Schriftstellerin Friederike Kretzen die Bewegung der Texte nachzuvollziehen. Gesang des vergeblichen Wartens /Die ungeheure Textwelt der Catherine Colomb. Eine Annäherung / NZZ 08.08.1998, S. 62 weiterlesen

Die Kehlen der Knie /Friederike Kretzens Roman „Ich bin ein Hügel“ / NZZ 12.09.1998, S. 68

Von Angelika Overath
„Es gab das Meer. Wir schwammen.“ So ruhig und klar beginnt der jüngste Roman der 41jährigen Friederike
Kretzen, um sofort einzutauchen in eine sehr viel dunklere Bildlichkeit: „Wir schwammen Kopf voran in der Hühnerfuttertonne.“ In einer Tonne mit weggeworfenen Essensresten lässt sich nicht schwimmen. Ein Kind jedoch kann sich darüberbeugen, hineinspiegeln und in der Imagination forttauchen: Die Kehlen der Knie /Friederike Kretzens Roman „Ich bin ein Hügel“ / NZZ 12.09.1998, S. 68 weiterlesen

Der schräge Spiegel im Hinterkopf /Hilda Doolittles Roman „Hermione“ / NZZ, 19.06.1999

Von Friederike Kretzen
Hilda Doolittles „Hermione“ gehört als kunstvoll verfremdetes Selbstporträt der jungen Autorin zu den faszinierendsten Texten der literarischen Moderne; die Schriftstellerin Friederike Kretzen sucht eine kongeniale Annäherung an das Werk. Der schräge Spiegel im Hinterkopf /Hilda Doolittles Roman „Hermione“ / NZZ, 19.06.1999 weiterlesen