Alle Beiträge von friederike

All die toten Stimmen / NZZ 08.04.2006, Nr. 83, S. 66

Von Friederike Kretzen
Beckett kam sehr früh und blieb. Das war mit siebzehn, Deutsch Leistungskurs. „Endspiel“. In Gesellschaft einiger eigenwilliger Schülerinnen, die sich um unsere frisch von der Uni gekommene Deutschlehrerin scharten. Auf Anhieb war uns, als würden wir mit diesem Endspiel nach Hause kommen. Allerdings in umgekehrter Richtung. Wir gingen mit Hamm und Clov und den beiden Alten in den Mülltonnen auf das zu, wovon wir noch am Morgen nichts als weggewollt hatten. All die toten Stimmen / NZZ 08.04.2006, Nr. 83, S. 66 weiterlesen

Ich bin vertieft / NZZ 06.06.2006, Nr. 128, S. 28

Von Friederike Kretzen
Ich bin vertieft, sagt Elschen. Jeder Schritt ist ein Schritt zu viel und der zu wenig. Geht es dir gut, fragt mich die Maskenbildnerin? Sie hat von mir geträumt. Pass auf dich auf, ruft sie mir nach. Schon zittere ich. Zu spät, zu früh, ich stürze die Treppe runter. Nein, es war doch die Tür ins Bad. Und das nächste Mal verwechsle ich sie und werde die andere nehmen? Ich bin vertieft / NZZ 06.06.2006, Nr. 128, S. 28 weiterlesen

Mit Sätzen über Abgründe setzen / NZZ 12.05.1998, S. 47

Friederike Kretzen im Werkstattgespräch

rbl Bucheli, R.
Vor zwei Jahren erschien Friederike Kretzens bisher letzter Roman, „Indiander“, der in poetisch verdichteten Skizzen eine Kindheit in Leverkusen nachzeichnete. Nun hat die Autorin ein Romanmanuskript unter dem Titel „Ich bin ein Hügel“ abgeschlossen, das inhaltlich und formal an „Indiander“ anknüpft. Mit Sätzen über Abgründe setzen / NZZ 12.05.1998, S. 47 weiterlesen

Kleines Glossar des Verschwindens /Nicht zustellbar / NZZ 08.12.2001, S. 66

Von Friederike Kretzen
Es war ein kleines, kugeliges Schweinchen mit glücklichen Augen, und in seiner Schnauze trug es einen Pfennig, den es zu Silvester überbrachte, dem Glück des nächsten Jahres als Tribut gezollt. Das Schweinchen war aus Marzipan, ein tolles Tier, ein Abgesandter nicht aus dem Osten, sondern aus der Mitte des Westens, der ja nie so sehr in seiner Mitte ist wie zwischen Weihnachten und Neujahr. Kleines Glossar des Verschwindens /Nicht zustellbar / NZZ 08.12.2001, S. 66 weiterlesen