Verwandlung ist anders als Veränderung. Wer zu einem Baum geworden ist, ist deutlich verwandelt. Doch auch wer eine Mutter geworden ist, oder ein Vater. Hier noch von einer Veränderung zu sprechen, wäre ein Verkennen der Gewalt, die da gewirkt hat. Wie geht Verwandlung? / Ausschreibung SS 03 weiterlesen
Alle Beiträge von friederike
For the Birds / NZZ 25.06.2005
Von Friederike Kretzen
Eine Freundin schrieb mir, sie habe von mir geträumt. Ich hätte auf einer Wiese gestanden, und alle meine Teile seien um mich herumgeschwirrt, irgendwie abgegangen, nicht mehr zu mir gehörend. Jetzt mache sie sich Sorgen. For the Birds / NZZ 25.06.2005 weiterlesen
Übergehen / NZZ 24.12.05
Von Friederike Kretzen
Manchmal, wir kennen es alle, wissen wir am Morgen nicht so recht, wer das da sein soll, der als wir selbst am Küchentisch sitzt, Kaffee trinkt und darauf wartet, sich selbst zu werden. Dieser morgendliche Zustand kann durchaus bis zum Abend anhalten. Übergehen / NZZ 24.12.05 weiterlesen
All die toten Stimmen / NZZ 08.04.2006, Nr. 83, S. 66
Von Friederike Kretzen
Beckett kam sehr früh und blieb. Das war mit siebzehn, Deutsch Leistungskurs. „Endspiel“. In Gesellschaft einiger eigenwilliger Schülerinnen, die sich um unsere frisch von der Uni gekommene Deutschlehrerin scharten. Auf Anhieb war uns, als würden wir mit diesem Endspiel nach Hause kommen. Allerdings in umgekehrter Richtung. Wir gingen mit Hamm und Clov und den beiden Alten in den Mülltonnen auf das zu, wovon wir noch am Morgen nichts als weggewollt hatten. All die toten Stimmen / NZZ 08.04.2006, Nr. 83, S. 66 weiterlesen
Ich bin vertieft / NZZ 06.06.2006, Nr. 128, S. 28
Von Friederike Kretzen
Ich bin vertieft, sagt Elschen. Jeder Schritt ist ein Schritt zu viel und der zu wenig. Geht es dir gut, fragt mich die Maskenbildnerin? Sie hat von mir geträumt. Pass auf dich auf, ruft sie mir nach. Schon zittere ich. Zu spät, zu früh, ich stürze die Treppe runter. Nein, es war doch die Tür ins Bad. Und das nächste Mal verwechsle ich sie und werde die andere nehmen? Ich bin vertieft / NZZ 06.06.2006, Nr. 128, S. 28 weiterlesen
War da ein Aufrauschen? / NZZ 22.07.2006, Nr. 168, S. 60
Von der Leichtigkeit der Berührung des Lebens durch Schrift
Von Friederike Kretzen
1.
Vielleicht fangen wir mit dem Wort vielleicht an. Also mit viel leicht. Vielleicht, hören Sie, da tritt etwas in den Satz ein, eine Vorsicht, ein mögliches, ein undeutliches Zögern, eine Unwägbarkeit vor lauter viel leicht. War da ein Aufrauschen? / NZZ 22.07.2006, Nr. 168, S. 60 weiterlesen
Mit Sätzen über Abgründe setzen / NZZ 12.05.1998, S. 47
Friederike Kretzen im Werkstattgespräch
rbl Bucheli, R.
Vor zwei Jahren erschien Friederike Kretzens bisher letzter Roman, „Indiander“, der in poetisch verdichteten Skizzen eine Kindheit in Leverkusen nachzeichnete. Nun hat die Autorin ein Romanmanuskript unter dem Titel „Ich bin ein Hügel“ abgeschlossen, das inhaltlich und formal an „Indiander“ anknüpft. Mit Sätzen über Abgründe setzen / NZZ 12.05.1998, S. 47 weiterlesen
Die Basler Autorin Friederike Kretzen / NZZ 26.02.1999, S. 66
Die Basler Autorin Friederike Kretzen hat den deutschen Kritikerpreis 1998 in der Sparte Literatur erhalten. Die Würdigung für ihr „sprachkritisches und emanzipatorisches Werk“ erfolgt am 13.“März 1999 im Literaturhaus Hamburg. zz.
Kleines Glossar des Verschwindens /Nicht zustellbar / NZZ 08.12.2001, S. 66
Von Friederike Kretzen
Es war ein kleines, kugeliges Schweinchen mit glücklichen Augen, und in seiner Schnauze trug es einen Pfennig, den es zu Silvester überbrachte, dem Glück des nächsten Jahres als Tribut gezollt. Das Schweinchen war aus Marzipan, ein tolles Tier, ein Abgesandter nicht aus dem Osten, sondern aus der Mitte des Westens, der ja nie so sehr in seiner Mitte ist wie zwischen Weihnachten und Neujahr. Kleines Glossar des Verschwindens /Nicht zustellbar / NZZ 08.12.2001, S. 66 weiterlesen
Das Theater vom Theater vom Leben / NZZ 14.12.2002, Nr. 291, S. 63
Friederike Kretzens „Übungen zu einem Aufstand“
Jeder kennt das Bild des Mädchens mit der Keksdose, auf der ein kleineres Mädchen eine noch kleinere Keksdose in der Hand hält, bis beide auf dieser winzigen Keksdose in unsere Vorstellung verschwinden. Das Theater vom Theater vom Leben / NZZ 14.12.2002, Nr. 291, S. 63 weiterlesen