Ist die Kunst eine Küche? Gar die des Teufels? Der bekanntlich im Detail steckt? Der Dichter Daniil Charms sagt: Die Kunst ist ein Schrank. Ich stelle mir vor, dass dieser Schrank in der Küche steht. In ihm wird das Küchenlatein aufgehoben, eine Sprache der Verwandlung, vor der nichts sicher ist. Also genau richtig für die Kunst und den Teufel. bKüchen sind Räume, wo vieles zusammenkommt, sich mischt, verbindet, überläuft. Nicht nur beim Kochen oder Essen. Sie sind oft das Herz des alltäglichen Lebens, das uns trägt und begleitet.
Diesem täglichen Leben würde ich gerne mit Ihnen zusammen nachgehen, Küchen anschauen, sie aufschreiben, einstecken, mit uns nehmen. Es geht darum, empfindlicher und genauer wahrnehmen zu können, was sonst noch da ist. Auch um all dem, was uns begleitet, das in gewisser Weise mitschreibt, ein bisschen besser zuhören zu können. Denn wo wir sind, wenn wir sind, und was uns zusammenhält -, wer wüsste dies besser als unsere Küchen mit ihren Schränken voller Küchenlatein und einer Kunst, die uns am Leben erhält.
Lektüren: Marguerite Duras: Das tägliche Leben
George Perec: Träume von Räumen
Daniiel Charms: Die Kunst ist ein Schrank