
Köln in den 80ern: Dort sind Natascha, Véronique und Paul unterwegs. Foto: imago/Helga Lade
Aufrührerische Gefühle im Sommer 1982
In ihrem neuen Roman “Natascha, Véronique und Paul” erzählt die Autorin Friederike Kretzen vom Sommer 1982. Das Buch ist eine Fortschreibung von Fragen, die in keiner Antwort ankommen können.
Sie konnten sich nicht vorstellen, jemals älter zu werden als vielleicht 28, 30 Jahre. Dabei wurden die Freunde Natascha, Véronique und Paul in Friedenszeiten geboren, in den Jahren des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders in Westdeutschland. Drei junge Erwachsene, die mit anderen im Sommer 1982 in einem selbstverwalteten Theater in Köln arbeiten. Sie sind maßlos und anspruchsvoll, wild und belesen; sie leben aus Leibeskräften. (more…)
Vom 8. bis 10. September 2006 findet im L’arc Romainmotier das erste Treffen eines von Friederike Kretzen initiierten Laboratoriums von Autorinnen und Autoren statt. Idee und Konzept des Laboratoriums ist eine Standortbeschreibung gegenwärtigen literarischen Arbeitens mit den Mitteln der Literatur. Das Labratorium bietet Anlass und Rahmen des Reflektierens und Forschens von Schriftstellerinnen und Schriftstellern mit, an und durch das Material ihrer Arbeit, der Sprache. (more…)
Das Laboratorium möchte einen internen Forschungsraum ermöglichen, in dem vor den wie auch immer projizierten Anforderungen einer phantomatischen Öffentlichkeit eine gewisse Ruhe und Schonung für Austausch und Verständigung mit und durch unsere Arbeit gewährleistet werden kann.
Die Idee zu einem Laboratorium reagiert auf das Verschwinden von Schutz- und Absonderungsräumen innerhalb des Literaturbetriebs im engeren Sinne und versucht, gegen den Vereinnahmungsdruck von Markt und Medien die Bedeutung spezifisch literarischer Verfahren des Denkens und Zusammenfügens sichtbar zu machen. Das kann Literatur allerdings nur als Literatur, und eben nicht durch Ausweichen in Gebiete der Kulturwissenschaften und/oder der von den Medien angebotenen Verkündigungspositionen für Gross- und Kleindeuter. (more…)
Nach langen Überlegungen, wie der Bericht über das erste Treffen der WEISSEN SEITEN so zu schreiben sein könnte, dass sich in ihm etwas von der Erfahrung, die wir bei unserem Treffen machen konnten, vermittelte, fiel mir die Arbeit von Hiroshi Sugimoto, die er THEATERS nennt, ein.
Er fotografierte in den glamourösen amerikanischen Lichtspieltheatern der 30er Jahre und in den Autokinos der 50er Jahre jeweils ganze Filme. Die Belichtungszeit dauerte so lange wie der Film. Dabei zogen tausende Einzelbilder vorbei und schwärzten das Negativ. Im Abzug erscheint dann die Filmleinwand als strahlende weisse Seite, die den Raum illuminiert.
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1. Künstler, Intellektuelle, Kulturvermittler arbeiten am Imaginären der Kultur. Wie ist es um diese Arbeit bestellt? Und natürlich schliesst das die Frage ein, wie ist es um das kulturelle Imaginäre bestellt, in welchem Zustand ist es und wie äussert es sich? Diese Fragen lassen sich nur als Auseinandersetzung, als Arbeit des Fragens und der Fragen beantworten, bzw. bewegen. Unser geplantes Zusammentreffen in Romainmotier möchte sich dieser Arbeit annehmen.
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